Geschichte

Das feine, weiße Herrenhaus am Mecklenburger Ufer der Lübecker Bucht begrüßt seine Gäste mit den Worten „Ich habe es mit Gottes Gunst erbaut. Möge Gott der Beschützer, dem Errichteten wohl gesonnen sein.“

Hinzuzufügen wäre da nur: Ebenso seinen Gästen!

Das klassizistische Gutsgebäude aus dem Jahr 1745 entstand an einem wahrlich unvergleichlichen Platz mit Logenblick auf die Ostsee. Hier ist das Land weit, die Natur stark, der Strand natürlich und das Meer unendlich. Die Ursprünglichkeit der Landschaft gibt Kraft und Ruhe: Freiheit pur.

An dem anmutigen dreigeschossigen Schlossgut sind an der hofseitigen Längsfront die Wappen dreier Adelshäuser auf einem Relief angebracht. In der Mitte, dem von Booth’schen Wappen, sieht man unter Wolken verhangenem Himmel ein mastloses Boot im Meer. Nicht ohne Grund, denn der Sage nach geriet ein Ritter bei schwerem Gewitter in Seenot. Dieser schwor, sollte er den Sturm überstehen, drei Dörfer zu errichten. Er überlebte, landete in Schwansee, nannte sich fortan (nomen est omen) „Booth“ und erfüllte sein Versprechen: Er gründete die Orte Brook, Hohen Schönberg und Kalkhorst, wo er um 1230 eine Kirche bauen ließ. Bauherr des Schlosses in Groß Schwansee ist der Nachfahre Wilhelm Ludwig Hartwig von Booth.

Die Schlossanlage ist heute noch beinahe genauso wie ehedem. Auch der Schlossteich, einst mit Lindenbäumen umsäumt, ist noch vorhanden.

Aus ihm wurde im Winter Eis geschnitten um Milch und Fleisch während des Sommers im Eiskeller zu kühlen. Auf dem Gutshofgelände befinden sich drei artesische Quellen. Eine diente den Schlossbewohnern der Trinkwasserversorgung, eine andere den Tieren. Die Quellen sind als Brunnen angelegt, deren Rohrleitungen die Wasserversorgung gewährleisteten.

Das prägnante rote Gebäude links vom Schloss war einst Pferdestall, später Remise und beherbergt heute, historisch gerecht saniert, die „Brasserie“ mit ihren Mecklenburger Spezialitäten, einen großen Saal sowie die Wellness-Etage mit Saunen und Kosmetik.

Zur Gutsanlage in Groß Schwansee gehörten neben dem Gutshaus mit Park und Stallgebäude auch Verwalterhaus, Tagelöhnerkaten, Försterhaus, Schmiede mit Krug, Schule, Kutscherhaus und eine Fischerkate.

 

 

 

 

  • 1582

    Schwansee wurde im Ratzeburger Zentralregister urkundlich erstmals erwähnt.

  • 1745

    Wilhelm Ludwig von Booth ist Eigentümer des neuen Herrensitzes und des Gutes. Er ließ das Herrenhaus als Ziegelputzbau aus roten Ziegeln sowie gelben Ziegeln als Fenstereinfassung auf einem Feldsteinsockel errichten. Vorbild war das Klützer „Schloss Bothmer“.

  • 1801

    Gottlieb von Haeseler, ein Herzoglich-Sachsen-Coburg- Gothanischer Geheimrat, Mitglied des Reichsadelsstandes, erwarb das Gut

  • 1842

    Gottlieb von Haeseler, ein Herzoglich-Sachsen-Coburg- Gothanischer Geheimrat, Mitglied des Reichsadelsstandes, verkaufte das Gut an Hinrich von Ladiges.

  • 1857

    Der fünfjährige Johannes Hinrich Schröder bekommt Groß Schwansee als Patengeschenk.

  • 1866

    Johannes Hinrich Schröder wird als ‚Freiherr’ im Staatskalender genannt.

  • 1911

    Freiherr von Schröder wohnt in London und benutzte das Herrenhaus nur noch als Feriensitz.

  • 1945

    Wie überall in der sowjetischen Besatzungszone erfolgte die Enteignung durch die Bodenreform. Die große Bildsammlung verschwand, das Geschirr und Besteck wurde in der Küche des Schulinternats, das in Schwansee eingerichtet wurde, benutzt, die Ritterrüstungen versteckten sich auf dem Boden und eine wertvolle Münzsammlung wurde Jahre später ausgegraben.

  • 1998

    Silvius Dornier erwarb die Anlage. Die Sanierung des Gutshauses wurde mit hohem finanziellen Aufwand durchgeführt. Das Schlossgut und der ehemalige Pferdestall wurden restauriert, das elegante Parkgebäude errichtet und nun ist das schlossgut gross schwansee eine kleine, exklusive Flucht aus dem Alltag für Gäste mit Niveau.