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6 J.13 J.18 J.
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Die Geschichte

Das feine, weiße Herrenhaus am Mecklenburger Ufer der Lübecker Bucht begrüßt seine Gäste mit den Worten „Ich habe es mit Gottes Gunst erbaut. Möge Gott der Beschützer, dem Errichteten wohl gesonnen sein.“

Hinzuzufügen wäre da nur: Ebenso seinen Gästen!

 

Das klassizistische Gutsgebäude aus dem Jahr 1745 entstand an einem wahrlich unvergleichlichen Platz mit  Logenblick auf die Ostsee.  Hier ist das Land weit, die Natur echt, der Strand natürlich und das Meer unendlich. Die Ursprünglichkeit der Landschaft gibt Kraft und Ruhe: Freiheit pur.

 

An dem anmutigen dreigeschossigen Schlossgut sind die Wappen dreier Adelshäuser auf einem Relief über dem Mittelteil der Häuserlängsfront der Hofseite angebracht. In der Mitte befindet sich das von Booth’sche Wappen, ein mastloses Boot im Meer unter wolkenverhangenem Himmel. Nicht ohne Grund, denn der Bauherr von Schloss Gross Schwansee ist Wilhelm Ludwig Hartwig von Booth. Der Sage nach geriet ein Ritter bei schwerem Gewitter in Seenot. Dieser schwor, sollte er den Sturm überstehen, drei Dörfer zu errichten. Er überlebte, landete in Schwansee, nannte sich fortan (nomen est omen) ‚Booth’ und erfüllte sein Versprechen: In Kalkhorst ließ er eine Kirche bauen und gründete die Orte Brook, Hohen Schönberg und Kalkhorst.

 

Die Schlossgut-Anlage ist heute fast noch genauso, wie ehedem. Auch der Schlossteich, der einst mit Lindenbäumen umpflanzt war ist noch vorhanden.

Vom ihm wurde im Winter Eis geschnitten um im Sommer Milch und Fleisch im Eiskeller zu kühlen. Auf dem Gutshofgelände befinden sich drei artesische Quellen. Eine davon diente zur Versorgung des Schlosses mit Trinkwasser, eine andere der Tiere. Die Quellen sind als Brunnen angelegt, dessen Rohrleitungen die Wasserversorgung gewährleistete.

 

Das prägnante rote Gebäude links vom Schloss, war früher Pferdestall, später Remise und beherbergt heute, historisch gerecht saniert, die ‚Brasserie’ mit ihren Mecklenburger Spezialitäten, einen großen Festsaal sowie die Wellness-Etage mit Saunen und Kosmetik.

 

Zur Gutsanlage Gross Schwansee gehörten neben dem Gutshaus mit Park, Stallgebäude, Verwalterhaus, Tagelöhnerkaten, Försterhaus, Schmiede mit Krug, Schule, Kutscherhaus und eine Fischerkate.

 

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Schwansee im Ratzeburger Zentralregister im Jahre 1582.

1745 ist Wilhelm Ludwig von Booth Eigentümer des neuen Herrensitzes und des Gutes. Er ließ das Herrenhaus als Ziegelputzbau aus roten Ziegeln sowie gelben Ziegeln als Fenstereinfassung auf einem Feldsteinsockel errichten. Vorbild war das Klützer Schloss ‚Bothmer’.

1801 erwarb Gottlieb von Haeseler, ein Herzoglich-Sachsen-Coburg- Gothanischer Geheimrat, Mitglied des Reichsadelsstandes, das Gut und verkaufte es 1842 an Hinrich von Ladiges.

1857 bekommt der fünfjährige Johannes Hinrich Schröder Gross Schwansee als Patengeschenk; 1866 wird er als ‚Freiherr’ im Staatskalender genannt.

Ab 1911 wohnt Freiherr von Schröder in London und benutzte das Herrenhaus nur noch als Feriensitz.

Jeder Raum des Hauses war mit Seidentapeten, auf denen das Baronswappen abgebildet war, ausgeschlagen und erstrahlte in einer anderen Farbe. Die Stuckdecken in den Gesellschaftsräumen sind nach wie vor äußerst sehenswert. In der ehemaligen Küche, dem jetzigen Restaurant, ist noch heute der ehemalige artesischen Brunnen zu bestaunen.

 

1945 erfolgte, wie überall in der sowjetischen Besatzungszone, die Enteignung durch die Bodenreform. Die große Bildsammlung verschwand, das Geschirr und Besteck wurde in der Küche des Schulinternats, das in Schwansee eingerichtet wurde, benutzt, die Ritterrüstungen versteckten sich auf dem Boden und eine wertvolle Münzsammlung wurde Jahre später ausgegraben.

 

1998 erwarb Silvius Dornier die Anlage. Die Sanierung des Gutshauses wurde mit hohem finanziellen Aufwand durchgeführt. Das Schlossgut und der ehemalige Pferdestall wurden restauriert, das elegante Parkgebäude errichtet und nun ist das Schlossgut Gross Schwansee eine kleine, exklusive Flucht aus dem Alltag für Gäste mit Niveau.